Nach ungefähr dreißig Jahren, manchmal auch schon nach 20 Jahren je nach Belastung der Strecke, müssen Bahntrassen erneuert werden. Von den Anliegern der Bahntrasse kaum zu überhören wurde in den letzten Wochen das Teilstück von Großenkneten nach Oldenburg erneuert. Die Deutsche Bahn vergibt diese Aufträge an Subunternehmer, die mit langen Gleisumbauzügen alle damit verbundenen Arbeiten durchführen. Nicht nur die Schienen und Schwellen, sondern auch die Gleisbettung, die aus Schotter besteht wurden erneuert. Zur Aufrechterhaltung der Betriebssicherheit und eines definierten Sollzustandes muss das Gleis instandgehalten werden, ansonsten lässt die Belastbarkeit der Gleise nach. Mit einem Gleisumbauzug wurden wie im Fließbandverfahren die Schwellen und Schienen automatisch ausgetauscht. Anschließend wurde das Schotterbett erneuert. Diesen Vorgang konnte sich der Vorstand vor Ort genaustens anschauen. Ein leitender Mitarbeiter der beauftragten Firma stand für Fragen zur Verfügung. Der Gleisumbauzug saugte den alten Schotter von der Seite her ein. Die Steine wurden neu gebrochen, damit sie scharfe Kanten erhalten. Nur so können sich die Steine miteinander verzahnen und ein festes Schotterbett bilden. Die Steine wurden gereinigt und mittels einer Rüttelmaschine gefiltert, damit Fremdstoffe und zu kleine Steine nicht wieder ins Gleisbett gelangen. Dieses herausgefilterte Material wurde automatisch in dafür bereitstehende Waggons des Umbauzuges verladen, das nun fehlende Material wurde durch neuen Schotter ersetzt. Der Vorstand war überrascht, dass nur verhältnismäßig wenige Arbeiter an der Strecke tätig waren. Auf alten Fotos sieht man häufig hunderte Arbeiter, die schwere körperliche Arbeit leisten mussten. Heute haben die Arbeiter überwiegend Kontrollfunktionen wahrzunehmen. Das bedeutet, dass eine hohe fachliche Kompetenz vorhanden sein muss, da vor Ort auch kleinere Reparaturen durchgeführt werden müssen, denn ein Stillstand der Maschinen bedeutet Zeitverzögerung. Der Terminplan kann dann nicht eingehalten werden und Folgeaufträge würden sich dann verschieben. Anschließend kommt die Stopfmaschine zum Einsatz, die den Schotter unter und zwischen den Schwellen verdichtet. Mit dreißig Meter pro Stunde bewegt sich der Zug in Richtung Hauptbahnhof, Tag und Nacht. Die Anwohner werden froh sein, dass die Gleisarbeiten nun beendet sind. Vielleicht beginnt die Prozedur in dreißig Jahren von Neuem. Der Vorstand des Bürgervereins war von der Präzision, mit der der Zug die Arbeiten fast vollautomatisch durchgeführt hat, beeindruckt. Da die Bahn viele Strecken in den nächsten Jahren sanieren wird, wird die Maschine wohl auch in Zukunft gut ausgelastet sein, denn wenn das Schienennetz komplett saniert ist, fängt alles wieder von vorne an.







Die sanierte Bahntrasse Richtung Hauptbahnhof
Fotos: Klaus Raschke