2001 wurde die Justizvollzugsanstalt (JVA) Oldenburg auf einem etwa zehn Hektar großen Teilstück der ehemaligen Hindenburg-Kaserne im Stadtteil Kreyenbrück an der Cloppenburger Straße in Betrieb genommen. Ungefähr 53 Mill. Euro sind investiert worden. Die Sporthallen der ehemaligen Kaserne wurden in den neuen Gebäudekomplex integriert. Eine Sporthalle wurde als Werkhalle hergerichtet, in der auch für Firmen Aufträge bearbeitet werden. Diese Arbeitsplätze sorgen für eine sinnvolle Beschäftigung der Inhaftierten. Sie können sich auf diese Weise Geld für die privaten Bedürfnisse verdienen. Alle vierzehn Tage können Artikel für den persönlichen Bedarf eingekauft werden. Ein Teil des Verdienstes wird zurückgelegt und bis zur Entlassung angespart, damit die Häftlinge nach der Entlassung für den Übergang Geld zur Verfügung haben. Die produzierten Artikel aus der Metall- und Holzwerksatt werden über das Internet http://www.jva-shop.de verkauft. Hochwertige Büromöbel für die Justizbehörden werden dort entsprechend des Bedarfs gefertigt. 30 Gefangene pro Betrieb haben die Möglichkeit in den Werkstätten zu arbeiten.
Die Sicherheitsstandards sind hoch. Eine 6,5m hohe Mauer umschließt die Anstalt. Alle Bereiche, außer die Hafträume, werden durch 240 Kameras überwacht. Detektierte Zäune, Videotechnik, Alarm- und Sicherungseinrichtungen, ermöglichen einen sicheren Vollzug. 314 Haftplätze sind für Untersuchungshaft und Strafhaft vorgesehen. Davon sind 294 Plätze z.Zt. belegt. Eine Stunde am Tag darf sich der Gefangene im Freien innerhalb der Anstalt aufhalten. Für die Besucher der Gefangenen sind Räume eingerichtet. Vier Stunden pro Monat kann ein Gefangener Besuch von maximal drei Personen bekommen. Eine Großküche verpflegt die Insassen und auch das Personal. Angeboten werden Vollkost, Glaubenskost und vegetarische Kost. Schulabschlüsse und zusätzliche Qualifikation für den Beruf werden angeboten. In einem fast dreistündigen Rundgang informierte uns Herr Kevin Engler über die Arbeit mit den Gefangenen in der JVA. Dafür unser herzlicher Dank. 25 Besucherinnen und Besucher waren beeindruckt von den umfangreichen Aufgaben, die täglich von den 250 Bediensteten im Dreischichtbetrieb zu leisten sind.